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Love you, Dan and Susan


Dan Michael und Susan Chiocchi, die beiden Yogis und Energiearbeiter aus Boulder, Colorado, waren bereits zwei Mal bei uns in der Yogawerkstatt. Jetzt im März haben sie wieder zwei Wochen lang die Mysore-Klassen am Vormittag geleitet und einen Wochenend-Workshop abgehalten. Hier ein paar Stimmen inklusive ihrer eigenen.

 

Susan:

Es gibt schon Unterschiede zwischen den Communities. In Amerika sind Workshop-Teilnehmer tendenziell leichter ablenkbar: Wenn einer eine abgefahrene Asana vorführt oder etwas Spektakuläres erzählt – das fesselt sie. Hier waren wir bei unserem Workshop und in den Mysore-Klassen angenehm überrascht, wie ernsthaft und überlegt die TeilnehmerInnen waren, wie empfänglich für Anregungen und bereit, diese in ihre Praxis zu integrieren. Sie bleiben konsequent an ihrer Praxis dran, gehen in kleinen Schritten vorwärts, und einige sind ziemlich fortgeschritten.

Im Workshop hat Dan mehr die Bewegungsabläufe erkundet, ich mehr die energetische Seite. Dazu habe ich anhand von Illustrationen, die ich selbst gemacht habe, gezeigt, wie die richtige oder falsche Ausführung von Asanas die Energie ungehindert fließen lassen oder aber hemmen kann. Ich glaube, dass es für die TeilnehmerInnnen hilfreich war zu sehen, warum eine Asana so und nicht anders ausgeführt werden sollte, und wie sich das energetisch auswirkt. Motto des Workshops war ja: Asana and the Energy Body.

 

Dan:

Es war schön zu sehen, dass die Community hier in der Yogawerkstatt sehr offen für unsere Inputs ist. Wir arbeiten weniger interventionistisch – also die Menschen in Asanas hineinzwingen – als mehr in die Richtung: Wie kann ich dich bei der Asana unterstützen, sodass du selbst besser in sie hineinkommst. Das ist schon irgendwie Richard Freemans Schule, aus der wir ja kommen: Im Ashtanga Yoga haben sich immer wieder Leute verletzt, weil sie selbst bzw. die Lehrer zu offensiv in die Asanas hiningegangen sind. Bei Richard war das nie der Fall.

 

Christa:

Dan und Susan sind sehr angenehme Menschen, die eine ruhige, wohlfühlende Energie ausstrahlen. Ich fand die Powerpoint-Präsentation, die Susan im Workshop zeigte, sehr aufschlussreich. Ihre Illustrationen zeigen bestimmte Asanas, in die sie die Chakren und Energiebahnen hineingezeichnet hat. Anhand dieser Illustrationen stellt sie richtig und falsch ausgeführte Asanas gegenüber und zeigt an markierten Stellen auf, wo die Energie „knickt“, wenn sie nicht richtig ausgeführt werden. Ich fand das eine schöne Veranschaulichung, wie sich eine korrekte bzw. unkorrekte körperliche Ausrichtung energetisch auswirkt. Dan wiederum hat den Fokus auf bestimmte Asana-Sequenzen gelegt, indem er sie sozusagen in ihre Bestandteile zerlegt hat. Schwerpunkte waren am Samstag die Füße und ihre „erdende“ Wirkung, wenn man sich ihrer bewusst ist, am Sonntag Schultern und Oberkörper.

An den Nachmittagen übten wir tibetisches Pranayama, das doch sehr verschieden ist von dem, das wir kennen. Bei der Wechselatmung zum Beispiel wird der Atem zwischen Ein- und Ausatmung nicht angehalten. Dafür wird mit Visualisierung gearbeitet, mit verschiedenen Farben beim Ein- und Ausatmen. Wir achteten auf die unterschiedlichen Energien, denen die Nasenlöcher entsprechen – links Mond, rechts Sonne –, und atmeten uns, beim Kehlkopfchakra angefangen, bis zum Wurzelchakra hinunter. Bei jedem Chakra wurde der Atem kurz angehalten und jeweils eine andere Bewegung aus dem tibetischen Yoga ausgeführt. Man nennt diese kombinierte Technik Tsa Lung, Susan ist ja eine Schülerin des tibetischen Meisters Tenzin Wangyal Rinpoche.

In den Mysore-Klassen habe ich die beiden so empfunden: Er war mehr der Beobachter und hat dich dann auf bestimmte Dinge hingewiesen; sie war mehr die Adjusterin. Aber natürlich haben sie beide sowohl gesprochen als auch eingerichtet. Sie zwingen einem nichts auf, sondern haben für jede/n etwas, woran er/sie arbeiten kann. Ich würde sagen, sie sind mehr die sanften Adjuster, nicht interventionistisch.

Es gibt Lehrer, die sind mehr herausfordernd, wollen das Potenzial, das bei dieser oder jener Asana da ist, aus dir herauskitzeln – was ja auch gut ist. Dan und Susan sind sozusagen gesetzter: Sie erwischen und nehmen dich da, wo du stehst, und geben dir Hinweise. Sie verbreiten, wie gesagt, eine ruhige Energie und gleiten geradezu durch den Raum. Sie sind sehr menschlich, herzlich. Beide sind grazile Wesen mit einer mühelos eleganten, aufrechten Körperhaltung – dass sie Körper- und Energiearbeiter sind, merkst du sofort.

 

Beate:

Die Stimmung im Workshop war gut, Dan und Susan haben Humor und ergänzen sich gut. Sie haben eine sanfte, sensible Herangehensweise, stülpen dir nichts über, sondern geben dir Inputs, die du in deine Praxis integrieren kannst.

Susans Ansatz ist sozusagen: Körper/Energie (Reiki), Dans Ansatz Körper/Körper (Rolfing), aber sie führen vor, dass das Ergebnis von zwei Richtungen her das gleiche ist. Anatomisch kennen sie sich beide aus. Sie haben ein hohes Körperbewusstsein, man hat den Eindruck, sie kennen jeden Millimeter ihres Körpers.

Rein körperlich war es ganz schön anstrengend, 2 bis 2 ½ Stunden Asana pro Tag. Auch das tibetische Pranayama habe ich gespürt: eine sehr kraftvolle, mächtige Technik. Ich bin ja ein Fan von Pranayama, und für mich war dieses tibetische eine neue Erfahrung. Nicht besser oder schlechter als das, das ich kenne, aber anders.

In den Mysore-Klassen gefiel mir die sanfte Art und Genauigkeit der beiden. Sie sind dezent, aber präsent. Feine, herzliche Menschen. Ich habe auch eine Rolfing-Session mit Dan mitgemacht. Ich habe seit einiger Zeit ein Problem mit meinem rechten Handgelenk, und ich glaube, er konnte es lösen. Der Mann weiß, was er tut.

 

Helen:

Ich habe bereits an Dans und Susans Workshop vor zwei Jahren teilgenommen. Damals hatte ich erst ein paar Monate davor mit Ashtanga Yoga begonnen. Ich konnte ihre Inputs schon schätzen, aber noch nicht so in dem Maße umsetzen wie jetzt.

Ich mag die Herangehensweise der beiden: Sie arbeiten auf ihre Themen hin, bereiten sie vor, zum Beispiel, wie geht man mit der Schulter um, was hat man da für Möglichkeiten. Zuerst wird das in liegender Position dargelegt, und was man dabei lernt, nimmt man dann in Positionen wie den ersten Krieger mit. Es ist schön, mit solchen Inputs zu arbeiten, man erkennt die feinen Unterschiede, macht sich bewusst, wie man mit der Stellung und den Gelenken umgeht, wie man sich ausrichtet. Für mich war das sehr hilfreich.

Mir gefiel auch, wie sie den Workshop leiteten, wie mal der ein, mal die andere übernahm, ganz selbstverständlich und fließend. Sie gaben sich gegenseitig Raum, jeweils die eigene Perspektive einzubringen, das ergänzte sich schön.

In den Mysore-Klassen schätzte ich ihr sehr präzises Feedback. Manchmal genügten ein paar hilfreiche Worte, zum Beispiel sagte mir Susan beim zweiten Krieger: Du bist gut geerdet, aber ich habe das Gefühl, du könntest im Oberkörper mehr Leichtigkeit haben. Das hat den Unterschied gemacht! Sie fassten einen schon an und gaben Adjustments, aber sanft und mit Bedacht. Ich bekam immer auch eine Erklärung, sodass ich selbst verstehen konnte, worum es geht.

Ich mochte auch ihre bescheidene Art, mit der sie einem das Yoga näherbringen. Sie zeigten, dass es dabei weniger um die Positionen geht und wie sie aussehen und was man damit erreicht, sondern um eine Arbeit mit dem Körper von innen heraus. Sie haben das Ganze auf die Essenz zurückgeführt, und man konnte dabei viel Neues entdecken. Dan und Susan sind sehr angenehm und präsent und strahlen eine totale Ruhe aus. Sie haben auch Humor, und man kann auch in der Mysore-Klasse gut mit ihnen lachen.

 

Florentina:

Ich empfand den Workshop als eine präzise Beschäftigung mit dem Fundament von Bewegung überhaupt, mit den Grundlagen der Asanas. Es ging aus meiner Sicht weniger um einzelne Positionen als um die Ausgangspositionen des Übens selbst. Eine Möglichkeit, die eigene Praxis neu zu überdenken.

Es war nicht so, dass es im Workshop eine Rollenverteilung gegeben hätte, ich hatte eher den Eindruck einer Kommunikation der beiden untereinander, an der wir beteiligt waren. Sie nahmen einen sozusagen mit in den Diskurs, den sie selbst schon seit Jahren führen. Es wurde klar, dass sie beide den Körper als Instrument der Erkenntnis auffassen.

Ich selbst mache nicht so gerne Pranayama, aber ich fand die tibetische Spielart, die

Dan und Susan uns beibrachten, spannend. Es ist ganz anders als jenes, das ich von Shri O.P. Tiwari her kenne, aber gleichberechtigt. Man geht alle Chakras durch, hält bei jedem Chakra und macht dazu eine rituell wirkende Bewegung.

Insgesamt war es ein angenehmer Workshop, die beiden sind ganz unaufgeregt, und man merkt, dass sie seit Ewigkeiten Yoga praktizieren und dass das für sie nichts Schillerndes, Spektakuläres ist, sondern Teil ihres Lebens. Das fand ich gut.

In den Mysore-Klassen war es so, dass sie zwar adjusteten, aber nicht drängend. Im Einzelnen konnte man das dann selbst ausprobieren und weiterentwickeln. Sie gaben Hinweise und Vorschläge und halfen den TeilnehmerInnen, durch kleine Änderungen in eingelernten Bewegungsmechanismen mehr Ausgewogenheit und Leichtigkeit in ihre Praxis hineinzubringen.