Sacralize your Practice Space

Einen besonderen Raum für Yoga und Meditation zu schaffen. Das lädt das Üben mit Bedeutung auf. So ein Raum kann ein Ort bei uns daheim, in der Natur, aber auch im Inneren sein. Ein „sacred Space“ ist ein sicherer Ort, an dem wir uns innerlich zentrieren können. Ein Ort, wo wir uns (wieder-)finden können, wenn wir uns verloren haben.

Eine selbstständige, regelmäßige Übungspraxis aufzubauen, sei es Meditation, Yoga-Asana, Pranayama oder auch das Rezitieren/Chanten von Mantras, erfordert ein gewisses Level an Hingabe und Disziplin.
Hier ist es durchaus hilfreich, sich daheim, oder auch unterwegs ein Übungsplatzerl zu „sakralisieren“.

Aber was mag dieses Wort „sakralisieren“ bedeuten?

Sich täglich auf die Matte zu stellen oder zu setzen ist ein unglaublich potentes Lebensritual per se. Dafür braucht es theoretisch keine Firlefanzen und keine Objekte, die unsere Sinne vom Wesentlichen ablenken.

Dennoch kann es unfassbar hilfreich sein, einen „SACRED SPACE“ für sich zu schaffen.

Stimmungsbild Manju Sri Salzlampe

Manju Sri 

So ein „heiliggesprochener“ Ort kann kleine (innere) Wunder bewirken.

Einen „besonderen“ Raum für das Yoga-Üben und Meditieren zu schaffen, lädt die Übungspraxis mit einer tiefen Wertigkeit auf. Dieser Raum muss nicht unbedingt an einem äußeren Ort entstehen. Er kann auch im Innen geschaffen werden. Das geschieht indem wir ein Sankalpa formulieren. Ein Sankalpa ist ein sich Ausrichten auf eine Absicht, eine Affirmation oder auch ein Mantra.

Der traditionelle Ansatz wäre ein Mantra zu tönen, um sich auf das Üben einzustimmen. Eine Verbindung zu Klang, Resonanz und Schwingung zu schaffen. Vedische Mantren, beispielsweise, werden traditionell seit tausenden von Jahren in Meter-Form und 3 Tonlagen gesungen.  Dadurch wird ihre heilende Wirkung durch Zeit und Raum in einer potenten Schwingung gehalten. Aber auch nicht-vedische Mantren entfalten heilende Wirkung,  man tönt und singt, wie das kreative, schöpferische Herz es begehrt.

Eine weitere Möglichkeit ist es ein Platzerl daheim zu schaffen, wo unsere innere Rastlosigkeit zur Ruhe kommen kann.

RUHE
Der Ort sollte idealerweise ruhig sein, und du sollst ungestört sein

FUSSBODEN
Der Boden sollte eben (im Sinne von gerade) und idealerweise sauber sein. Lurch ist ein offizielles Ablenkmanöver.

LICHT
Der Platz darf durchaus hell und sonnendurchflutet sein.
Ein dunkles Besenkammerl kann es zwar mal sein, bevor man ganz aufs Üben verzichtet. In diesem Zusammenhang erinnere ich mich gerne an ein Foto einer meiner Lieblings-Yoginis, die in Ermangelung von ausreichend Platz auf Reisen den Schrankraum im Hotelzimmer genutzt hat – das nenne ich Hingabe 😉

HILFSMITTEL
Achte darauf, dass Du alles, was Du zum Üben brauchst bei der Hand hast:
Matte(n), Blöcke (2 gleich große Bücher), Pölster/Bolster, Decken, Gurte

OBJEKTE
Hier scheiden sich die Geister. Für die Puristen unter uns kann es nicht karg genug sein. Für emotionale Wesen können wiederum nicht genug Sinnesobjekte um den Übungsort herum sein.

Sacred Space Utensilien

Meine gegenwärtigen „Sinnesobjekte“ sind getrocknete Kräuter von meinem Platzerl auf der Visionssuch im Juli, weißer Salbei, ein gefundenes Geweih, ein gefundener Schädel und Gebiß, Steine und Murmeln

Dieser Teil ist also eine recht persönliche Liste, was man so bei mir am Praxis-Platzerl erwarten kann:

  • Kerzen
  • Räucherstäbchen/Räucherutensilien
  • Steine
  • Federn
  • Funde aus der Natur (Knochen, Blüten, Stockerln …)
  • Bilder (von Menschen, denen ich mit dem Herzen verbunden bin und meine AhnInnen)
  • Zitat
  • Decke für Savasana
  • Augenkissen
  • Musik

Mit der Zeit kann sich das sakralisieren von Orten und Handlungen auf das ganze Leben übertragen.
Absolut alles kann kunstvoll und bewusst getan werden, vom Schreiben einer Postkarte, über das Kochen, bis hin zu ganz profanen Tätigkeiten, wie Wäschewaschen und Staubsaugen.
Jede unserer Tätigkeiten kann zu einem bewussten, ja kunstvollen Tun werden.
Sacralize ordinary Life!