Erich

Seit wann praktizierst Du Yoga, wie kamst Du dazu, was war der Auslöser?

Seit Ewigkeiten 😉 Nein, ich kann es gar nicht mehr so genau sagen. Es war ein sehr fließender Übergang, von meiner Laufsucht und immer wiederkehrenden Ausflügen ins Fitnesscenter zu Pilates und dann zu Yoga. Bei Yoga bin ich dann geblieben, weil es das erste Mal war, dass mich etwas zurück auf den Boden geholt hat. Richtig intensiv übe ich seit ca. 4 Jahren.

Warum übst Du Ashtanga Vinyasa Yoga, warum Mysore?

Ich war/bin wie ein schlecht erzogener, unkonzentrierter Hund, der nicht hört und überall rumschnüffelt und auch schnell zubeißt … Ashtanga Yoga hat mich sozusagen an die Leine gelegt, mich erzogen und dadurch aber auch freier gemacht, weil ich einfach nicht mehr unüberlegt auf jeden Trigger sofort draufspringen muss. Vor Mysore hab ich mich zu Beginn sehr gescheut, heute ist es FÜR MICH die einzig wahre Art, Yoga zu üben. Denke aber auch, jede/r andere Yogi/ni sollte es zumindest mal versuchen.

Was motiviert Dich, beim Yoga „dranzubleiben“?

Ich brauch inzwischen keine Motivation mehr. Muss eher aufpassen, dass alles andere nicht zu kurz kommt. „Sich auch mal mit weltlichen Dingen beschäftigen“ ;), Freunde treffen, Büroarbeit machen … Zitat meines Freundes, wenn ich meine Buchhaltung wieder vor mir herschiebe: „Ich weiß eh, du tust lieber mit Räucherstäbchen durchs Studio tanzen.“ 😉 Da versuch ich gerade meine Balance zu finden, zwischen meinem Yogaleben und dem Akzeptieren, dass Finanzamt, Vermieter und Co. trotzdem bezahlt werden wollen.

Was „bringt“ Dir Yoga? Hat die Yogapraxis etwas in Deinem Leben verändert (körperlich, geistig, emotional, beruflich, einstellungsmäßig…), was?

Ruhe und vor allem Bewusstheit. Ruhe deswegen, weil mein ganzes Leben bzw. ich sehr aufgeregt war. Ich auch schnell aggressiv wurde. Wenn ich jetzt daran zurückdenke, erschrecke ich vor mir selbst. Bewusstheit: Mir wurde mein Verhalten bewusst, und erst dadurch konnte ich es ändern. Das Zureden von Freunden und Familie brachte so lange nichts, bis ich es selbst wahrnehmen konnte. Dieses bewusste Tun von Dingen, so banal sie auch sein mögen, versuche ich tagtäglich zu üben.

Dein Beruf?

Yogalehrer und 5 Stunden in der Woche arbeite ich bei HABIT in der mobilen Betreuung.

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